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Fachtag: Der Freiheit entgegen – Pflege und freiheitsentziehende Maßnahmen

Das Referententeam und Avita-Geschäftsführer Dr. Dirk Krane freuten sich über die rege Teilnahme am Fachtag. Vorne von links: Kerstin Wirth, Anneke de Jong, Almut Hartenstein-Pinter, Anida Büscher; hinten von links: Michael Hökenschnieder, Elvira Schröder, Marcus Draheim, Dr. Dirk Krane

Unter diesem Leitmotiv stand im Juli 2013 der Fachtag, den der Pflegedienst Avita GmbH in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Universität Witten/Herdecke, veranstaltet hat. Seit einigen Jahren besteht zwischen der Universität Witten/Herdecke und dem Pflegedienst Avita eine Kooperation mit regem fachlichem Praxis-Theorieaustausch.

Unter freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) versteht man unter anderem den Einsatz von Bauchgurten, Bettgittern, die Verabreichung von Beruhigungsmitteln oder das Abschließen eines Wohnbereiches. Das Ziel ist dabei zu verhindern, dass die Betroffenen, die z.B. an einer Demenz oder einer akuten Verwirrtheit leiden, sich selbst gefährden. FEM  stellen einen deutlichen Eingriff in die Rechte eines hilfe- oder pflegebedürftigen Menschen dar und werden daher zeitlich befristet und auch nur dann eingesetzt, wenn eine richterliche Genehmigung vorliegt. An der Entscheidung für oder gegen FEM sind meist mehrere Personen beteiligt.

Zunächst wurden Impulsreferate der Forschungsbeauftragten innerhalb der Kooperation mit dem Department für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke gehalten. Die Referate schilderten die unterschiedlichen Perspektiven aus dem Berufsgenossenschaftlichem Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum sowie dem Klinikum Lüdenscheid, dem LWL-Zentrum

für Forensische Psychiatrie Lippstadt, dem Pflegedienst Avita Lippstadt, den Senioren- und Pflegeheimen Walkenaus und Haus Gisela Bad Waldliesborn und der Pflegewissenschaft durch die private Universität Witten/Herdecke.

Die Angehörigenperspektive wurde von Frau Almut Hartenstein-Pinter (Universität Witten/Herdecke) repräsentiert. „Die Referate haben einen sehr informativen Einblick in die unterschiedlichen Einrichtungen gegeben“, erklärt Frau Elvira Schröder, Forschungsbeauftragte des Pflegedienstes Avita, „vor allen Dingen war der unterschiedliche Blickwinkel zu dem Thema FEM für uns Fachleute sehr interessant.“ Die anschließenden Workshops widmeten sich Fallbeispielen in denen der mögliche Einsatz von FEM diskutiert wurde, welche Bedenken und Hürden dem Einsatz von Alternativen im Wege stehen,  welche Graubereiche auf dem Gebiet der geschlossenen/beschützenden Unterbringung existieren, wie ein Verfahrenspfleger hier helfen kann und wie Einrichtungen die Vermeidung von FEM nachhaltig angehen können. Der Fachtag gab einen sehr interessanten Rahmen für Austausch und Diskussionen, da waren sich Frau Anneke de Jong, Leiterin des Praxis-Theorie-Austausches der Universität Witten/Herdecke sowie der Geschäftsführer der  Avita GmbH, Dr. Dirk Krane, einig.